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Freitag, 5. März 2010

Katastrophenalarm

Beinahe jeden Tag lesen oder hören wir in den Nachrichten von Katastrophen. Zuletzt gestern die Schiffskatastrophe im Mittelmeer - ausgelöst durch mehrere bösartige Riesen-Mega-Killerwellen, die, wenn man der Dramatik der Bereichterstattung nur oberflächlich folgt, eine ganze Schiffsflotte versenkt und tausende in den feuchten Tod gerissen haben müssen... moment, nein:, nochmal genauer hinschauen: ein Kreuzfahrtschiff wurde beschädigt und - und das ist tatsächlich tragisch - zwei Menschen wurden dabei getötet und mehrere verletzt.
Aber ist das eine Katastrophe?
Im Jahr 2008 wurden auf deutschen Strassen 467 Menschen getötet. Wo war der Katastrophenschutz, warum wurde, trotz dieser erschreckenden Zahl an Opfern (es gab auch über 400.000 Verletzte), nie Katastrophenalarm ausgelöst? Die Erdbeben auf Haiti und in Chile sind mit sicherheit Katastrophen - aber war das Erdbeben der Stärke 3,2, dass diesen Dienstag den Zollern-Alb-Kreis (BaWü) erschütterte, deshalb auch eine Katastrophe. Mit Sicherheit nicht, weshalb dieses Erdbeben es auch nicht in die Abendnachrichten schaffte. Irgendwo dazwischen muss es eine Grenze geben.

Zitat Wikipedia:
Kriterien zur Definition
Katastrophe im engeren Sinn ist dabei eine länger andauernde und meist großräumige Schadenlage, die mit der normalerweise vorgehaltenen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei) nicht mehr angemessen bewältigt werden kann und die nur mit überregionaler (oder internationaler) Hilfe und zusätzlichen Ressourcen (Militär sowie nicht organisierte Bevölkerungsteile) unter Kontrolle gebracht bzw. gelindert werden werden kann.


Der Zwischenfall auf dem Kreutzfahrtschiff für die Betroffenen und deren Angehörige wohl so etwas wie eine  persönliche Katastrophe - so ist das bei einem unverohergesehenen Tod eines Angehörigen. Aber es war bei weitem eben keine Katastrophe für die Allgemeinheit. Die Seefahrt im allgemeinen und die Seefahrt vor der spanischen Küste im besonderen sind heute noch genau so sicher (oder unsicher) wie noch vor einer Woche. Von katastrophalen Verhältnissen kann keine Rede sein.
Trotzdem Berichten Stern.de, Euronews.net, topschlagzeilen.de und mit Sicherheit viele andere Medien, die meiner Schnellsuche in Google entgangen sind, in diesem Zusammenhang von einer Katastrophe.
Lasst euch nicht kirre machen - die Welt besteht nicht nur aus Katastrophen!
Zum Schluss möchte ich euch daher folgende Nachrichtenseite ans Herz legen: goodnewstoo.de - denn es gibt auch gute Nachrichten.